Aktuelles

Online-Workshop zur Moderation von Online-Treffen

Inhalt
Anna und Arthur reden gleichzeitig, Sam und Alex sind abgelenkt und Toni möchte gerne über ein anderes Thema sprechen. Und wie treffen wir jetzt eine Entscheidung? Wer protokolliert wo und wie? Viele dieser Situationen kennen wir auch aus analogen Arbeitstreffen oder Plena. Begegnen wir uns jetzt im digitalen Raum, treten einige dieser Herausforderungen verstärkt auf. Und: es eröffnen sich Möglichkeiten!
Es ist wichtig, auch in Krisenzeiten vernetzt, organisiert und handlungsfähig zu bleiben. Es stellt sich die Frage, wie wir ein wenig Nähe und Empathie erzeugen können, obwohl wir alle nur auf Bildschirme schauen. Wir wollen euch dabei unterstützen, das Beste aus euren Online-Treffen rauszuholen, uns dazu austauschen und voneinander lernen, damit wir unsere Moderationsskills auch in Online-Zeiten gut einsetzen können. 

Aktuelle Termine:

Dienstag, 02.06. von 14:00 bis 17 Uhr (leider schon alle Plätze voll)

Dienstag, 16.6. von 14:00 bis 17 Uhr

Format
Wir wollen das Format kurz und knapp halten, uns mit euch austauschen und euch grundlegende Tipps weitergeben.
Der Workshop wird über bigbluebutton stattfinden. Um Austausch zu ermöglichen, möchten wir die Zahl der Teilnehmenden zunächst auf 14 begrenzen. Falls das Format weiterhin Anklang findet, werden wir in den nächsten Wochen weitere Workshops anbieten. 
Spenden/ Kosten
Die Spendenempfehlung liegt zwischen 5 € (Nicht-Verdiener*innen) und 50 € (Verdiener*innen).
Einigen von uns ist durch den Wegfall von analogen Workshops und Moderationen eine wichtige Einnahmequelle für ihren Lebensunterhalt weggefallen. Vermutlich geht es einigen von euch ebenso. Deshalb bitten wir um eine Spende nach Selbsteinschätzung.
Anmeldung
Eine Anmeldung ist erforderlich. Bitte schickt uns hierfür eine Mail mit dem Betreff „Anmeldung Online-Treffen 16.06.“ an email hidden; JavaScript is required. Wir werden euch dann bitten, die Spende auf unser Konto zu überweisen. Dann erhaltet ihr einen Link zur Teilnahme am Workshop mit weiteren Infos. Wenn ihr an diesem Termin nicht könnt, schreibt uns trotzdem gerne, der Workshop wird bei Nachfrage nochmal wiederholt und kann auch für Teams oder Gruppen angefragt (und nach Bedarf angepasst) werden.

stay@home, aber bitte geh arbeiten – über Risiken und Möglichkeiten von Bildungsveranstaltungen im Jahr 2020

Statement von unseren Kolleg:innen von Stuhlkreisrevolte zu COVID-19:

„Covid-19 hat uns ziemlich getroffen, mit starken Auswirkungen auf unser Leben. Euch geht es sicher ähnlich. Wir machen uns Gedanken wie die aktuelle Situation auf unsere und eure Arbeit wirkt. Auf dieser Seite stellen wir unsere Gedanken dazu online.  Passt auf euch und aufeinander auf!“

Demokratie gestalten ist systemrelevant!

Der Ausfall emanzipatorischer Bildungsveranstaltungen bedroht die Existenz von Freiberuflichen und die Demokratie. Demokratie gestalten ist systemrelevant!

Wir möchten hier ein Statement teilen, dass im Kontext der Vernetzungs- und Organisationsentwicklung von freiberuflichen Bildungsarbeiter*innen entstanden ist. Es wird von der in Berlin ansässigen Kampagne „Für die gute Sache. Aber zu welchem Preis?“ mit unterstützt (http://gute-sache-welcher-preis.de/).  Aktuell finden regelmäßig (Online-)Treffen statt, um an Themen wie faire Honorare, gute Vertragsbedingungen, etc. zu arbeiten. Darüber hinaus wird von einer weiteren Initiative eine bundesweite Vernetzungsveranstaltung geplant:

„Macht Strukturen!“ Bundesweite Organisierung von freiberuflichen Bildungsarbeiter*innen 23.-25. Oktober 2020. Wer daran Interesse hat mitzuwirken kann sich unter email hidden; JavaScript is required melden.

Und nun zum Statement (Stand 01. April, 2020).

Vernetzung und Organisierung freiberuflicher Bildungsarbeiter*innen
Demokratie gestalten ist systemrelevant!

Die existenzbedrohliche Situation freiberuflicher Bildungsarbeiter*innen ist in der Öffentlichkeit unsichtbar. Emanzipatorische Bildungsarbeit ist wichtig – gerade jetzt. Vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie sind zahlreiche Veranstaltungen, Seminare, Workshops der non-formalen Bildung abgesagt oder auf unbestimmt verschoben. Das hat Folgen – für unsere persönliche Existenz und noch wichtiger: Für die demokratische Gesellschaft.

Existenzbedrohliche Situation der betroffenen Bildner*innen
Machen wir’s kurz: Für uns sind fast alle Aufträge bis mindestens Juni ausgesetzt. Neue Bildungsveranstaltungen plant gerade niemand. Je nachdem, wie sich die Lage entwickelt, schlittern wir dann direkt ins Sommerloch. Mit einer „normalen“ Auftragslage können wir frühestens ab September rechnen. Es ist allerdings auch dann nicht klar, wie sich die aktuelle Situation auf die Branche auswirkt: Gehen Auftraggebende insolvent? Werden wegen gekürzter Fördermittel und knapper Zeit weniger Bildungsveranstaltungen durchgeführt? Nehmen zu wenig Teilnehmer*innen an Veranstaltungen teil, so dass diese wiederum auch abgesagt werden?

Als freie Bildner*innen arbeiten wir größtenteils im öffentlichen Sektor, in dem die Honorarsätze niedrig sind. Daher ist es uns kaum möglich Rücklagen zu bilden. Auch wir müssen jetzt Kinder Zuhause betreuen und Menschen unserer Familien und Communities pflegen. Freiberufliche Trainer*innen und Bildungsreferent*innen haben keine eigene Interessensvertretung oder Lobby. Unter uns bestehen große Unsicherheiten darüber, wer Zugang zu den Unterstützungsfonds hat und ob diese reichen werden. Unsere ohnehin prekären Arbeitsbedingungen werden gerade jetzt besonders deutlich.

Systemrelevanz non-formaler emanzipatorischer Bildung
Bildung, die vor allem außerhalb der Bildungsinstitutionen Erwachsene und Jugendliche zum selbstständigen Denken anregt, hat viele Themenbereiche: Politische Bildung, transformative/partizipative Bildung, kulturelle Bildung, diskriminierungssensible Bildung, Bildung für nachhaltige Entwicklung, Umweltbildung, Medienpädagogik, internationaler Austausch, Berufsorientierung u.v.m.

Hier zu Lande versteht sich emanzipatorische Bildungsarbeit seither als Reaktion auf den Nationalsozialismus, weltweit ist sie Erwiderung gegen faschistische und totalitäre Systeme und wirkt als gelebte demokratische Praxis. Die aktuelle Krisensituation ist geprägt von sozialer Ungleichheit, verstärktem Nationalismus, dem Wunsch nach starker Führung und geschlossenen Grenzen. Sie verdrängt die rechtsterroristischen Anschläge der letzten Monate aus dem öffentlichen Bewusstsein. Grundrechte werden umfassend eingeschränkt und Parlamente außer Kraft gesetzt. Diese Entwicklungen müssen kritisch begleitet werden. Unsere Bildung ist dabei von enormer Bedeutung. Sie arbeitet gegen soziale, ökonomische und ökologische Ungleichheit, für Gerechtigkeit und zeigt alternative Lebenskonzepte auf.

Hier ein paar Gründe, warum non-formale emanzipatorische Bildungsarbeit für eine demokratische Gesellschaft unverzichtbar ist:

  • Wir machen Demokratie partizipativ erlebbar, indem wir in unserer Arbeit Räume eröffnen, um Aushandlungsprozesse zu lernen und Menschen zu ermöglichen, sich souverän zwischen Individualismus
    und Totalitarismus bewegen zu können.
  • Wir begleiten kritisch politische Entwicklungen und befähigen andere Menschen, dies auch zu tun.
  • Wir verteidigen die Würde aller Menschen in jedem Workshop.
  • Wir verbinden Geschichte und Gegenwart. Wir vermitteln zwischen sozial- und politikwissenschaftlichen Diskursen und konkreter Lebensrealität.
  • Wir arbeiten mit diskriminierungs- und machtkritischem Anspruch.
  • Wir erhöhen die Sichtbarkeit marginalisierter Gruppen, indem wir Bildung mit, für und als diese anbieten.
  • Wir verdeutlichen verschiedene Lebensrealitäten und Bildungszugänge. Wir arbeiten mit unseren Biografien.
  • Wir tragen vielfältige Perspektiven in Schulen und Organisationen, die dort sonst nicht oder kaum sichtbar sind.
  • Wir begleiten unter anderem die Auseinandersetzung mit den Zukunftsthemen soziale Gerechtigkeit, Globalisierung und Nachhaltigkeit.
  • Wir fördern soziale Kompetenzen: Umgang mit Konflikten, Kommunikation, Solidarität, Entscheidungsfindung.
  • Wir ermöglichen Bildung außerhalb formaler Strukturen und Familienzusammenhänge.
  • Wir arbeiten mit Methoden aus unterschiedlichen Disziplinen, denken diese intersektional und inklusiv. So gehen wir auf unterschiedliche Bedürfnisse und Möglichkeiten ein.
  • Wir entwickeln Methoden und Formate weiter.
  • Wir unterstützen kritische, emanzipatorische Strukturen.
  • Wir formen Bildungslandschaften, da wir als freiberufliche Bildner*innen mit unterschiedlichen Organisationen und Gruppen an vielen Orten zusammenarbeiten und somit verschiedene Akteur*innen der Bildungsarbeit vernetzen.

 

Unsere Arbeit macht Menschen zu handlungsfähigen Subjekten, die Gesellschaft aktiv gestalten. Diese Rolle können wir gerade nicht wahrnehmen. Es ist wichtig, dies zumindest als Verlust deutlich zu machen und anzuerkennen, damit sich die politischen Ausprägungen der aktuellen Situation nicht als Norm durchsetzen. Emanzipatorische Bildungsarbeit ist systemrelevant – zumindest, wenn das System ein demokratisches sein soll.